Magen-Darm-Beschwerden bei
Senioren oft falsch gedeutet
Wenn Senioren keinen
Milchzucker vertragen
Bonn, 06.11.2009 Eine Laktose-Intoleranz
– Milchzuckerunverträglichkeit – kann auch im Seniorenalter erstmals auftreten.
Nur eine gezielte Ernährungsumstellung kann die Symptome bessern und gleichzeitig
ernährungsbedingte Mangelerscheinungen verhindern. Auch ältere Menschen, die
anhaltend unter Magen-Darmbeschwerden leiden, sollten sich daher nicht mit
ihren Beschwerden abfinden, sondern einen Arzt konsultieren. Aufschluss gibt
eine kostenlose Broschüre des BGV.
Wenn ältere Menschen immer wieder über
Verdauungsprobleme, Durchfall oder Bauchschmerzen klagen, steht eine Vielzahl
möglicher Ursachen im Verdacht: Medikamente, die auf den Magen-Darm-Trakt
schlagen, eine chronische Magenschleimhautentzündung oder ein träger Darm, wie
er bei eingeschränkter Mobilität oder Bettlägerigkeit häufig vorkommt. Eine
Laktose-Intoleranz wird hingegen selten in Betracht gezogen – vor allem, wenn
die Betroffenen jahrzehntelang keine Probleme mit Milchprodukten hatten. Dabei
kann sich eine Laktose-Intoleranz durchaus im höheren Alter erstmals bemerkbar
machen, denn die Produktion des entscheidenden Verdauungsenzyms Laktase nimmt von
Natur aus im Laufe des Lebens ab. Eine Intoleranz liegt vor, wenn die Laktaseaktivität nicht mehr ausreicht, um Milchzucker wie
vorgesehen im Dünndarm abzubauen. Stattdessen wird er von Bakterien im Dickdarm
vergoren, und es kommt zu den typischen Symptomen. Schätzungsweise 15 bis 20
Prozent der Menschen in Deutschland sind hiervon betroffen, doch Experten
vermuten eine hohe Dunkelziffer.
Unerkannte Laktoseintoleranz
kann zu Mangelernährung führen
„Wer anhaltend unter
Bauchschmerzen, Durchfällen oder Aufstoßen leidet, sollte sich beim Arzt auf
eine Laktose-Intoleranz hin untersuchen lassen“, rät Gastroenterologe
und Ernährungsmediziner Professor Dr. Dr. Jürgen Stein, Frankfurt. „Gerade für
ältere Menschen besteht andernfalls die Gefahr einer Unterversorgung mit
wichtigen Nährstoffen, weil sie bestimmte Lebensmittel auf Verdacht meiden oder
auf Grund ihrer Beschwerden den Appetit verlieren.“ Eine klare Diagnose mit
anschließender Ernährungsberatung hilft, das Essverhalten gezielt an die
Laktoseintoleranz anzupassen, ohne dass Mangelerscheinungen auftreten.
Welche Lebensmittel nur wenig oder
keine Laktose enthalten und welche Produkte Menschen mit Laktose-Intoleranz
eher meiden sollten, zeigt die BGV-Broschüre „Laktose-Intoleranz – Laktosefreie Ernährung“. Darüber hinaus erklärt der
kostenfreie Ratgeber Ursachen, Beschwerdebild und Diagnosemöglichkeiten der Laktose-Intoleranz.
Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn. Download und
weiterführende Informationen im Internet: www.bgv-laktose.de